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Proberating im Parkhotel
Schloss Hohenfeld wurde bewertet
und analysiert/ Mitarbeiter kennen jetzt "Knackpunkte"
MÜNSTER - Was bestimmt den Wert eines Unternehmens?
Nur die harten Faktoren, also das, was auf der finanziellen
Habenseite zu verbuchen ist? Oder auch die weichen Faktoren,
wie zum Beispiel die Unternehmensführung und die
Qualifikation der Mitarbeiter?
Spätestens seit Basel 11 und den damit verbundenen
Veränderungen bei der Kreditvergabe ist die Antwort
auf diese Frage wichtiger als je zuvor. Künftig
ermitteln die Banken die Bonität eines Unternehmens
mit Hilfe eines so genannten Ratings und legen je nach
Ergebnis die Höhe der Kreditzinsen fest. In Vorbereitung
auf ein solches Bankenrating hat im Parkhotel Schloss
Hohenfeld vor kurzem ein "Proberating" stattgefunden.
Das Besondere: Beteiligt waren neben der Dresdener Bank
aus Münster auch zwei Unternehmensberatungen. Gemeinsam
haben sie das Hotel nicht nur bewertet, sondern zugleich
auch eine Potenzialanalyse durchgeführt. Somit
verfügt das Parkhotel jetzt über eine ausführliche
Bewertung des Ist-Standes sowie einer detaillierten
Empfehlung für den künftigen Soll-Zustand
und den Weg dorthin.
"Dieses Verfahren ist zumindest im Münsterland
sicher einmalig", meint Bernhard Rothenberger,
der das Vier-Sterne-Hotel zu' Beginn des Jahres übernommen
hat.
Obwohl der Münsteraner Hotelier im Moment keinen
akuten Finanzbedarf hat, wollte er wissen, wie die Bewertung
im Fall der Fälle aussehen würde.
"Ich sehe das Geldinstitut als Partner, mit dem
ich gemeinsam die Voraussetzung für ein gutes Rating
schaffen will", so Rothenberger. "Mit dem
jetzt vorliegenden Ergebnis kann ich die künftige
Entwicklung meines Hauses zielgerichtet steuern. Und
wenn es dann in einigen Jahren wirklich um einen Kredit
geht, hoffentlich gute Zinsbedingungen erwarten".
Um dieses Ziel zu erreichen, haben Bernhard Rothenberger
und seine 65 Mitarbeiter in den vergangenen zwei Monaten
sehr viel Zeit investiert. Gemeinsam mit Ralf Lohe von
der Pluspunkt Unternehmensentwicklung und Winfried Büth
von der Firma intectum Unternehmens-Organisation und
Systemgestaltung galt es, umfangreiche Fragenkataloge
zu bewältigen.
Nach der Bestandsaufnahme folgte gemeinsam die Zielsetzung
für die Zukunft. Dabei konnten die Mitarbeiter
auch Empfehlungen für die Verbesserung der Arbeitsabläufe
und Strukturen aussprechen.
"Wir wissen jetzt, was die Knackpunkte sind, wo
die Veränderungen ansetzen müssen so Rothenberger
abschließend.
Münstersche Zeitung (MZ)
Ausgabe vom 30.08.2003 |