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Weiterbildung auf Fuerteventura
Pluspunkt bietet Seminare unter südlicher Sonne
an
Potenzial bewusst machen. Das ist der Bildungsauftrag
von Pluspunkt, einer Unternehmensberatung, die Handwerkern
auf die Sprünge helfen will. Möglichst weit
weg vom Betriebsalltag sollen die Unternehmer sich reflektieren.
Was ein Bäckermeister aus Salzbergen und seine
Frau auf Fuerteventura erlebten.
Zur Weiterbildung nach Fuerteventura? "Natürlich
haben viele Bekannte gedacht, dass wir dort Urlaub machen,"
schmunzelt Simone Puls. Der Aufenthalt auf der Kanaren-Insel
hatte für die junge Frau und ihren Mann, den Bäckermeister
Alexander Puls, allerdings nichts mit Ferien zu tun.
In einem sechstägigen Führungsseminar gewann
das Bäcker-Ehepaar aus Salzbergen - gemeinsam mit
anderen Interessenten - neue Erkenntnisse über
Motivation und Delegation, über eigenverantwortliches
Handeln der Mitarbeiter sowie über die Entwicklung
und Umsetzung von Visionen.
Und das kann man am besten auf Fuerteventura? Jetzt
schmunzeln Ralf Lohe und Manfred Rumi. Die beiden Geschäftsführer
der Firma Pluspunkt-Unternehmens-entwicklung aus dem
münsterländischen Senden veranstalten ihre
kürzeren Seminare überwiegend in Deutschland,
auf jeden Fall aber "weit weg vom betrieblichem
Alltag". Das schaffe eine entspannte Atmosphäre
und in einem Feriengebiet - wie auf der Kanareninsel
im Robinson-Club Esquinzo Playa - zugleich etwas Urlaubsgefühl,
was sich positiv auf die Seminararbeit auswirke.
Und die steht natürlich im Vordergrund und ist
bei Pluspunkt darauf ausgerichtet, dass die Teilnehmer
- überwiegend Handwerksunternehmer und Führungskräfte
mittelständischer Betriebe - ihre eigenen Werte
erkennen und ihr Unternehmen danach ausrichten sollen.
Lohe und Rumi geht es darum, das Selbstvertrauen und
die Kommunikationsfähigkeit ihrer Kunden zu stärken.
Verantwortung, Offenheit, Vertrauen - "das steckt
in den meisten Betriebsinhabern und Führungskräften
drin", wissen die beiden Trainer aus langjähriger
Erfahrung. Vielen sei dieses Potenzial aber nicht bewusst,
"und deshalb entwickeln wir es und bringen damit
einen Prozess in Gang, der positives Denken vermittelt."
Das sei nicht nur erlernbar, sondern auch auf Mitarbeiter
übertragbar.
Ein Ansatz, der auch Alexander Puls überzeugt.
Gerade der kleine und mittelständische Unternehmer
sei häufig zu sehr auf betriebliche Abläufe
konzentriert, ohne die Mitarbeiter eigenverantwortlich
einzubinden, unterstreicht der Handwerksunternhemer,
der die Bäckerei mit vier Filialen und 35 Mitarbeitern
gemeinsam mit seiner Frau leitet. Und weil sie beide
- wie so häufig in einem Familienbetrieb - in der
Verantwortung stehen, haben sie auch gemeinsam das Seminar
besucht. Eine Erkenntnis: Es sei ganz wichtig, gemeinsam
Visionen zu entwicklen, besonders dann, wenn es schon
einmal unterschiedliche Ansichten über die betriebliche
Entwicklung gebe.
Visionen zu haben und diese weiterzuentwickeln - dazu
ließen sich auch Ina Krüger und Frank Könemann
auf Fuerteventura inspirieren. Beide wollen ihr Potenzial
als Führungskräfte in Karlchen's Backstube,
einer großen Bäckerei in Löhne mit 28
Filialen, ausbauen. Dazu müsse "der Kopf frei
sein", betont der gelernte Industriekaufmann Könemann,
und deshalb spiele die Umgebung eine wichtige Rolle.
Zu seinem "persönlichem Seminarplan"
gehörten daher auch der frühmorgendliche Spaziergang
am Meer und das abendliche Training im Fitnessbereich
des Clubs. Und bei diesen Aktivitäten traf er meistens
auch andere Seminarteilnehmer.
Hubertus Kost
Deutsches Handwerksblatt
Ausgabe vom 25.08.05 |