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Tipps
Probleme richtig in den Griff bekommen
Führungskräfte müssen täglich Entscheidungen
herbeiführen. Herausfordernd ist es für die meisten Führungskräfte
immer dann, wenn ein zusätzlicher Zeitdruck schnelle Resultate
fordert. Hier lauert die Gefahr, sich für eine falsche Lösung
zu entscheiden, weil wir es versäumt haben, unserem Problem
auf den Grund zu gehen.
Die Abweichungen, die wir wahrnehmen und auf die wir zu reagieren
haben, sind immer Symptome, die sich aus der Ursache des Problems
ableiten. Stellen wir die Symptome ab, bleibt die Ursache des Problems
und wird uns immer wieder von neuem Abweichungen bescheren.
Alle Probleme, die Sie schon seit geraumer Zeit vor sich her schieben,
ohne dass eine endgültige Lösung ersichtlich ist, gehören
zu der zuvor beschriebenen Kategorie von Abweichungen.
Ausrotten können Sie das Problem nur, wenn Sie bereit sind,
das Problem richtig zu analysieren. Wie das funktioniert, sei an
einem Beispiel aus dem Einzelhandel erklärt.
Festgestellt wird, dass die planten Umsätze nicht erreicht
werden. Die üblichen Schnellschüsse, die als Reaktion
vorgenommen werden, sind sogenannte Sonderaktionen, die für
den notwendigen Umsatzzuwachs sorgen sollen. Doch dies bindet zusätzliche
Mitarbeiterressourcen und löst das Problem nicht im Keim.
1. Schritt:
Zunächst ist die Frage zu beantworten: "Was ist das Problem?"
Und dies hat sachlich, an Tatsachen orientiert, zu erfolgen. Antworten
wie: "Die Mitarbeiter haben nicht aufgepasst" oder "Wir
haben zu wenig Kunden im Laden gehabt" sind völlig ungeeignet.
Wenn wirklich meine Mitarbeiter nicht richtig gearbeitet haben,
dann bin ich das Problem, denn ich bin dafür verantwortlich,
wen ich einstelle und wie ich meine Erwartungshaltung an die Arbeitsleistung
kommuniziere. Im zweiten Fall handelt es sich um eine mögliche
Ursache und der liegt sicherlich ein wichtiger Grund zugrunde. Um
also sachlich zu bleiben, was besonders dann wichtig ist, wenn ich
meine Mitarbeiter an der Analyse beteilige, muss ich bei Tatsachen
bleiben. Das Problem könnte z.B. so beschrieben werden: "Unsere
Umsätze liegen um 8,5% hinter unserem Plan".
2. Schritt:
Jetzt erfolgt die Analyse der Ursachen. Was alles kann zu der zuvor
beschriebenen Problematik geführt haben? Die wahrscheinlichste
Ursache, die man sich hier vorstellen kann, lautet:
- Kaufzurückhaltung der Kunden
Und jetzt wird die Analyse erst richtig spannend, denn es geht darum,
die Ursachen dieser Ursache zu finden. Mögliche Antworten könnten
sein:
- Preissenkung beim Wettbewerb
- Fehlende Preisauszeichnung an X% der Waren
- Schlechtes Image des Marktes
- Unprofessioneller Umgang mit Reklamationen
- Kunden fehlen nicht die gewünschten Waren (Fehlmengen)
- Es gab zu wenig ansprechende Werbung
Jetzt gilt es, sich mit der einen Antwort oder den zwei maximal
drei Antworten zu beschäftigen, die am wesentlichsten das Problem
mit verursacht haben. auch hier wird nach Ursachen der Ursachen
gesucht. Dies wird so lange wiederholt, bis wir den "kritischen
Faktor" gefunden haben, der das Grundübel unseres Problems
darstellt.
In unserem Fall könnte das wie folgt aussehen:
§ Preissenkung beim Wettbewerb
Ursachen, die wir verantworten:
- Wir haben zu wenig Angebotsware
- Wir haben zu spät reagiert
- Wir haben die Qualität unserer Produkte nicht gut genug kommuniziert
- Wir haben die Qualität unseres Services nicht deutlich genug
vermitteln können
- Wir haben das Vertrauen unserer Kunden verloren
Zum Üben können Sie sich jetzt für einen dieser Punkte
entscheiden und die nächsten zwei Ebenen selber entwerfen.
Da überwiegend menschliche Unzulänglichkeiten der kritische
Faktor sind, können Sie dies auch dann erfolgreich weiter verfolgen,
wenn Sie den Einzelhandel nicht besser kennen als die Kunden des
Einzelhandels.
3. Schritt:
Jetzt, wo Sie den kritischen Faktor eliminiert haben, dürfen
Sie für ihn auch mögliche Lösungen finden.
Selbst wenn Sie sich dabei für eine Lösung entscheiden
werden, die sich als nicht optimal herausstellt, können Sie
noch immer gegensteuern und andere Lösungswege ausprobieren.
Aufgrund Ihrer guten Analyse sind Sie aber jetzt sicher, dass Sie
das Problem richtig erkannt haben und nicht mit Schnellschüssen
am Ziel vorbei zielen.
Auch wenn Ihnen das alles sehr logisch erscheint, so heißt
dies noch lange nicht, dass Sie die zuvor beschriebenen Prinzipien
sofort und nachhaltig umsetzen können. Wenn Widerstände
bei Ihren Mitarbeitern oder auch in Ihrer Person Sie davon abhalten
eine gründliche Ursachenanalyse vorzunehmen, dann denken Sie
daran, dass wir als Ihr Partner oder Coach Ihnen bei der Umsetzung
behilflich sein können.
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