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Keine Verletzung Von: Ralf Lohe
Sicherlich haben auch Sie in Ihrem Freundes- oder Bekanntenkreis Menschen, bei denen Sie Ihre Worte auf die Goldwaage legen müssen. Ein falsches Wort und sie sind beleidigt oder reagieren auf eine Weise, die uns unangenehm ist. Instinktiv konzentriert man sich darauf, nur nichts Falsches zu sagen und wägt seine Worte entsprechend ab. Und schon laufen wir Gefahr, in dem was wir sagen nicht mehr authentisch zu sein. Dieses kommunikative Verbiegen führt auch oft dazu, dass wir uns nicht wohl in der Kommunikation mit der betroffenen Person fühlen, und möglicher Weise werden wir den Kontakt zu dieser Person reduzieren.
Besonders problematisch wird eine solche Situation, wenn wir vom Gegenüber zu hören bekommen: „Du hast mich verletzt“. Das ist wahrscheinlich das Letzte, was wir wollten, und schon bekommen wir ein schlechtes Gewissen. Doch das brauchen Sie wirklich nicht zu haben. Wenn Sie nicht verletzen wollten, haben Sie es auch nicht getan. Hier nun die dazugehörigen Zusammenhänge.
Unser Gesprächspartner, der sich durch unsere Äußerungen verletzt fühlt, kennt die Intention oder die augenblickliche Erregtheit von uns nicht aber interpretiert unsere Worte. Und hier hat er allerdings die Wahl. Fühlt er sich z.B. schwach, ist es sehr wahrscheinlich, dass er unsere Worte als Verletzung empfindet. Er hätte aber auch die Wahl, statt zu interpretieren, sich zu vergewissern, wie wir das, was wir gesagt haben, gemeint haben. Dann sorgt er für Verständnis und kommt um seine Interpretation der Verletzung herum.
Genau so geht es uns im Umgang mit Personen, bei denen die Kommunikation nicht so einfach ist. Nehmen wir mal das Beispiel der „Nervensäge“. Hören wir mal wieder die gleiche nervige Leier, so können wir uns genervt zeigen. Sind wir jedoch gut drauf und offen für die Menschen um uns herum, so können wir auch den Stress unseres Gesprächspartners spüren, der ihn verleitet andere zu nerven. Im Fall der Person, die uns eine Verletzung vorwirft, bedeutet das, dass Sie zu dem was Sie gesagt haben stehen und so signalisieren, dass die vorgenommene Interpretation falsch ist und Ihnen nicht in die Schuhe geschoben werden darf.
Und Sie können dann sogar noch einen Schritt weiter gehen und ein aufrichtiges Mitgefühl mit der gestressten Person empfinden. Sie werden erstaunt sein, wie das Ihre Wortwahl und Ihre Artikulation positiv beeinflusst. Es kann durchaus dazu führen, dass Sie dadurch ihrem Gegenüber dazu verhelfen das Verhalten zu ändern.
Um so besonnen und einfühlsam einem (nervenden) Menschen zu begegnen, bedarf es jedoch einiger Voraussetzungen, die für beide zuvor beschriebenen Situationen gelten.
Zunächst benötigen Sie ein ausgeprägtes echtes Selbstvertrauen. Das bewahrt Sie davor, alles persönlich zu nehmen und dadurch falsch zu interpretieren. Zudem gibt Ihnen dieses Selbstvertrauen auch den Mut, die richtigen Fragen zu stellen, die Sie vor einer Fehlinterpretation bewahren.
Und damit haben Sie zugleich die Voraussetzung, um in der entsprechenden Kommunikation zu sich und zu dem was Sie gesagt haben zu stehen. Allein diese Haltung signalisiert Ihrem Gegenüber (auch ohne Worte), dass Sie keine Verletzung im Sinn hatten und gibt ihm die Möglichkeit seine Interpretation zu überdenken.
Letztendlich hilft auch eine positive Denkweise. Sie bewahrt Sie davor, Ihren Gesprächspartner zu schnell abzustempeln und als hoffnungslosen Fall zu betrachten. Durch Ihre positive Denkweise – und diese wird in der Kommunikation immer offenbart – signalisieren Sie Ihrem Gegenüber, dass Sie ihn für entwicklungsfähig halten. Wenn er dieses Vertrauen nicht nutzt, wird ihm vermutlich nicht zu helfen sein. Aber Sie sind frei vom Vorwurf der Verletzung.
Fazit: Man kann niemanden verletzen. Verletztheit ist immer die Entscheidung der verletzten Person, diese aufgrund des Gesagten zuzulassen.
Möchten Sie sich gerne entwickeln, um in Situationen wie den zuvor beschriebenen, richtig reagieren zu können, so empfehlen wir Ihnen ein Training, in dem Sie Ihre Verhaltensweisen überdenken und nach Wunsch ändern können. Sprechen Sie uns an. Wir sagen Ihnen wo Sie ein entsprechendes Training finden.
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