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Blendid Learning mit DVDTrainer:
Ich glaub ich bin im Kino
Plastische Szenen aus dem Führungsalltag -
nachgespielt von professionellen Schauspielern - sollen
den Führungskräften und Mitarbeitern die Augen
für ihre Fehler öffnen. Verschiedene Einsatzmöglichkeiten
und Praxisbeispiele mit dem Medium DVDTrainer.
"So was können Sie doch um Himmels willen
nicht in der Besprechung sagen! Immerhin sind Sie noch die
Abteilungsleiterin vom Kundenservice. Welche ..."
"Das habe ich überhaupt nicht gesagt! Auf jeden
Fall nicht so!"
"Was vertreten Sie denn für eine Einstellung als
Führungskraft!"
"Ich habe immer gesagt..."
"Das wird doch nicht besser dadurch, dass Sie es immer
sagen!"
"Ich habe nicht gesagt, dass ich immer gesagt habe,
dass..."
"Wer hat denn jetzt 'immer' gesagt, Sie oder ich?"
"Das spielt doch in diesem Zusammenhang keine Rolle!"
"Ach so! Auf einmal!"
Ab hier stoppt die Szene. Die Mitarbeiter der Edeka Markt
GmbH schauen gebannt auf den Bildschirm. Die beiden Personen
im Fernsehen, die sich gerade fast angeschrieen haben, sind
professionelle Schauspielerinnen und verkörpern Führungskräfte
auf verschiedenen Hierarchieebenen.
Helga Balans ist Geschäftsführerin und Inge Tafflin
eine junge Abteilungsleiterin. Das angestrebte, konstruktive
Kritikgespräch ist völlig aus dem Ruder gelaufen.
So ist das im Leben halt manchmal. Die angehenden Marktleiter
analysieren mit ihrem Bereichsleiter die Situation. Wie
und warum konnte so etwas passieren? Und vor allem: Wie
kann man es verhindern und besser machen? Die Gruppe schaut
sich das "Gespräch" noch einmal an. Jetzt
ist alles anders. Der Raum, der Bürotisch, die Sitzposition,
die ganze Situation ist viel entspannter und freundlicher.
Die beiden führen ein wirklich konstruktives Kritikgespräch.
Wie ist so etwas möglich? Der Bereichsleiter greift
zur Fernbedienung und schon sieht die Gruppe, wie ein solches
Gespräch strukturiert werden kann, wo Gesprächsfallen
liegen - und wie man es anstellt, nicht hineinzufallen.
Auch kann die Gruppe in einzelne Szenen gezielt einsteigen,
sich anschauen, was passiert, wenn bestimmte Fehler gemacht
werden und wozu diese führen. Der komplette Content
des Programms (Gesprächsleitfaden, Merksätze,
Tipps, Regeln etc.) ist zudem auch als PDF für die
Mitarbeiter ausdruckbar.
Edeka: Blendid Learning bereits seit 2001
Die Gruppe arbeitet mit dem DVDTrainer, einem interaktiven
Blendid-Learning-Trainingsprogramm, erhältlich beim
W. Bertelsmann Verlag in Bielefeld. Bei der Edeka Minden
Hannover ist diese Art des Lernens schon seit 2001 etabliert.
Das erste Produkt förderte das unternehmerische Denken
der Marktleiter.
Ursprünglich wurde es für 342 Führungs- und
Nachwuchsführungskräfte konzipiert. Anderthalb
Jahre nach der Einführung hatten aber schon zirka 4.500
Mitarbeiter mit dem Programm erfolgreich gearbeitet. Nun
setzt Edeka bereits ein zweites Modul ein.
Frank Rainer Kaul, Mitglied der Geschäftsführung
der Edeka Minden Hannover, der größten der sieben
bundesweit tätigen Edeka Handelsgesellschaften, erklärt:
"Der DVDTrainer hilft unseren Führungskräften
bei der Durchführung ihrer Mitarbeiter- und Führungskräftetrainings."
Hierbei sind uns drei Erfahrungen besonders wichtig:
- Durch die filmische Darstellung (ein Bild sagt mehr als
1.000 Worte) prägen sich die Lehrinhalte deutlich besser
ein. Dass dabei auch der Humor nicht zu kurz kommt, motiviert
die Leute zusätzlich.
- Der nächste Punkt ist die Flexibilität. Das
Programm läuft auf einer DVD und ist somit auch auf
einem DVD Gerät abspielbar. Das ist für uns wichtig,
weil aus Sicherheitsgründen nicht jeder PC ein CD-
oder DVD-Laufwerk hat. Wir können also in jedem ausreichend
großem Raum im Markt, auch ohne PC-Umfeld, mit dem
Programm arbeiten.
Flexibel sind wir auch in der Anzahl der Schulungen. Wir
haben zur Zeit deutlich mehr als 150 DVD's im Einsatz. Wir
können also eine große Anzahl Mitarbeiter parallel
schulen, ohne erhöhte Kosten für Hotelaufenthalte,
Fahrtkosten oder externe, zusätzliche Trainer.
- Ganz entscheidend ist natürlich auch der (Messbare)
Erfolg der Maßnahmen. Hierzu zwei Beispiele. Zwei
Programmsequenzen spielen in der Fleischabteilung bzw. im
Kühlhaus. Wir zeigen sehr deutlich, wie eine Fleisch-
und Wurstpräsentation in der Kühltheke idealerweise
aussieht, wo Fehler entstehen und welche Auswirkungen sie
dann haben können.
Nun kann jeder Mitarbeiter sofort sehen, wo die eigene Präsentation
mangelhaft ist, und sie dann verbessern. Seit dem ersten
Einsatz des DVDTrainers haben wir hier sichtbare Verbesserungen
erzielt. Eine weitere Trainingseinheit beschreibt eine Kundenreklamation
an der Kasse. Wie können wir dabei so mit dem Kunden
umgehen, dass dieser sich auch in einer für ihn schwierigen
Situation bei uns aufgehoben fühlt? Seitdem wir uns
hier mit den verschiedenen Verhaltensweisen auseinander
gesetzt haben, wächst mehr und mehr das Verständnis
unserer Mitarbeiter für kundenorientiertes Verhalten.
Die sichtbare Verbesserung der Gesprächssituation sorgt
dann natürlich gleichzeitig auch für eine steigende
Motivation bei den Mitarbeitern.
DVDTrainer im Direktvertrieb
Falko Bink, Bezirksdirektor bei einem der führenden
Direktvertriebsunternehmen in Deutschland, beschreibt den
Nutzen der Arbeit mit dem DVDTrainer für sein Unternehmen:
"Wir haben zur Zeit drei Programmtools in der Verkäuferausbildung
im zum Teil schon mehrjährigen Einsatz. Die Ergebnisse
sprechen für sich. Das Ausbildungsniveau insgesamt ist
gestiegen und die Fluktuation stark gesunken, bei deutlich
gestiegenen Umsätzen. Die Mitarbeiter erleben, dass wir
auch in der Ausbildung unserer Verkäufer mit hochmodernen
Mitteln arbeiten. Das passt zu unseren technisch hochwertigen
Produkten und hat deutlich das Unternehmensimage und unser
CI erhöht.
Ich denke, ein modernes Unternehmen sollte auch moderne Wege
in der Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter gehen, solange
sie sinnvoll sind. Wir verlangen von unseren Mitarbeitern
Flexibilität, Kreativität und Innovationsbereitschaft
- und genau das müssen wir als Unternehmen auch vorleben.
Die Mitarbeiter und Führungskräfte wollen heute
einfach gefordert werden. Die Arbeit soll außerdem Spaß
machen. Genau das zeichnet ja auch einen guten Trainer aus.
Er fordert die Mitarbeiter zu guten Leistungen heraus. Die
Arbeit mit ihm ist dann idealerweise interessant und motivierend.
Dies sollten auch die Kriterien für ein elektronisches
Lernprogramm sein."
Auf die Frage, ob denn das elektronische Training die Präsenztrainer
im Unternehmen auf Dauer verdrängen wird, antwortet Falko
Bink: "Ich denke - nein. Der richtige Mix wird entscheidend
sein. Auch unsere elektronischen Tools schulen wir überwiegend
im Blendid-Learning-Format. Ein persönliche anwesender
Trainer und Coach ist sicher nicht zu ersetzen, kann aber
durch die elektronischen Möglichkeiten deutlich entlastet
werden. Mitarbeiter können Trainingseinheiten zum Beispiel
elektronisch vor- oder nachbereiten. Dabei fällt es vielen
leichter, die Fehler ihrer 'Filmkollegen' zu kritisieren,
als ihre eigenen, wenn diese bei einer Videoaufzeichnung mitgeschnitten
werden. Hierbei verhalten sich viele ohnehin nicht so, als
wären sie im Verkaufsgespräch bei ihren Kunden,
im häuslichen Wohnzimmer oder im Firmenbüro. Letztendlich
entscheidend sind natürlich die Ergebnisse. Im Direktvertrieb
in erster Linie der Umsatz. Und der hat sich mit Einsatz der
neuen Medien deutlich positiv entwickelt. Die Mitarbeiter
sind ebenfalls motiviert und der Breakeven für eine solche
Investition ist schnell erreicht. Was will man also mehr?"
Vorarbeit mit der DVD zu Hause
Doch schauen wir noch einmal zurück in den Edeka-Markt.
Dort "belauschen" wir "Inge Tafflin" im
Gespräch mit Marlene Jungbluth". Die Abteilungsleiterin
führt ein Delegationsgespräch mit einer Nachwuchsführungskraft.
Auch hier stellt sich heraus, es ist nicht alles so einfach,
wie es bei den Profis oft aussieht. Gespannt sitzen die Mitarbeiter
mit ihrem Bereichsleiter zusammen und bearbeiten das Thema
"Delegation". Heute werden sie wohl nicht mehr fertig
damit. In drei Tagen geht es dann weiter. Eines der nächsten
Themen wird die Gestaltung von Besprechungen sein.
Einige Mitarbeiter nehmen die DVD mit auch Hause, um schon
mal zu "schnuppern" und sich auf das Thema einzustimmen.
Klar, dass man sich die "Fallgruben" zuerst anschaut,
denn Lachen gehört dazu.
Veränderte Anforderungen benötigen neue
Maßnahmen
Die "Ausbildungslandschaft" hat sich in den letzten
Jahren stark verändert. Sie ist um viele elektronische
Tools erweitert und bereichert worden. hieraus ergeben sich
erhöhte Anforderungen, sowohl an die einzelnen Unternehmen
als auch an die Trainer.
Es geht meist nicht um ein entweder/oder, sondern um die richtige
Gesamtkonzeption elektronischer Lernmöglichkeiten und
Trainersätze, im Netz oder live vor einer Gruppe.
Sie muss angepasst werden an das Unternehmen, die Mitarbeiter,
die Waren- und Dienstleitungen und technischen Möglichkeiten.
Trainer und Personalverantwortliche müssen mehr zu "Bildungsexperten"
werden in einem unübersichtlichen Markt der Möglichkeiten.
Sie dürfen sich dabei nicht von den vielfältigen
technischen Errungenschaften blenden lassen. Nicht alles,
was möglich ist, ist auch sinnvoll. Das Anforderungsprofil
steigt und damit auch die Möglichkeit, etwas (positiv)
zu verändern und zu bewegen.
Ich glaube, noch nie war die Arbeit im Bildungswesen so spannend
wie heute, noch nie die Entwicklung so rasant. Vielleicht
erleben wir ja noch den "Blubb", so wie er auf der
EXPO in Hannover skizziert wurde:
Eine kleine Informationseinheit, die unsere Gedanken aufzeichnet.
Wir können sie dann einem oder mehreren Empfängern
übermitteln, die sie aufnehmen können, wie wir sie
gedacht haben.
von Christoph Niederberger
aus E-Learning im Vertrieb, August
2005
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